Angeln vom Kutter an der Ostsee

1x1 des Kutterangeln „Das erste Mal auf der Ostsee“

Einmal einen herrlichen Tag auf dem Kutter verbringen, sich eine frische Brise um die Nase wehen lassen und ganz nebenbei auch noch Dorsche fangen: wer möchte das nicht auch einmal?

Damit dieser Tag auch für den Neueinsteiger ein Erlebnis wird, haben wir hier ein paar nützliche Tipps zusammengestellt, mit denen eigentlich nichts mehr schiefgehen dürfte.

Punkt 1: Die Buchung
Nichts ist schlimmer, als sich frühmorgens einen Platz auf einem Kutter zu suchen und vor dem Auslaufen zu hören, dass sich nicht genügend Angler an Bord befänden, und man solle doch auf eine anderen Kutter ausweichen.
Es kann auch passieren, dass der Kutter, auf dem man mitfahren möchte, eine Gruppe an Bord hat, und deshalb ist kein Platz mehr frei.
Deshalb empfehlen wir vorherige Buchung, sie ist die sicherste Methode auf einem Angelkutter Platz zu bekommen.

Am Vortag sollten Sie sich auf jeden Fall noch einmal über die Wetterverhältnisse informieren, um sicher zu sein, ob der Kutter auch ausläuft.
Die meisten Kutter fahren noch bis zu einer Windstärke von 7, ohne Böen. Sollte 5 – 6 Bft für den Tag angesagt sein, empfehlen wir einen Anruf bei der Reederei anrufen, ob am nächsten Tag alles klar ginge – oder Sie hinterlassen einfach Ihre Telefonnummer bei der Buchung.

Punkt 2: Ankunft
Eine Stunde vor Auslaufen der Kutter sollten Sie an Bord gehen und sich einen guten Platz suchen. Falls keine Plätze durch Kennzeichnungen reserviert sind, können Sie Ihren Platz frei wählen.

Die beliebtesten Plätze sind das Heck (= hinten, das Ende des Schiffes) oder Bug (= vorne, die Spitze des Schiffes). Mittschiffs (=die Mitte des Schiffes) kann das Auswerfen durch Aufbauten erschwert sein, daher wird dieser Platz nicht so gerne genommen, ist jedoch von Vorteil, wenn Sie gern etwas geschützter stehen möchten.

Punkt 3: Verpflegung
Auf den meisten Kuttern gibt es Verpflegung an Bord und der Verzehr von mitgebrachten Speisen oder Getränken ist strikt untersagt.
Seit dem Wegfall des Zollfreien Einkaufes sind die Kutterkapitäne darauf angewiesen, diese Posten als notwendige Einnahmequelle zu nutzen.
Auf den meisten Kuttern gibt es mittlerweile auch eine Auswahl an Gerichten. Sollten Sie nur spezielle Speise zu sich nehmen dürfen, unterrichten Sie bitte vorher den Kapitän/Reederei darüber: es wird sich sicherlich eine Lösung finden.

Punkt 4: Kleidung
Es gilt der alte Satz: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Sie sollten sich also der Wetterlage anziehen. Im Sommer, bei starker Hitze, empfiehlt sich sicher luftiger Kleidung, aber denken sie auch an eine Schirmmütze, Sonnenbrille und Sonnencreme mitnehmen.

Da sich das Wetter auf See schnell ändern kann, sollten Sie stets regenfeste Kleidung dabeihaben. Im Herbst und Winter ist die warme Ausrüstung mit Wollmütze, Handschuhen und Thermoanzug fast unumgänglich. Denn nichts ist schlimmer, als an einem kalten verregneten Tag auf dem Kutter zu frieren.
Allgemein gilt: Lieber etwas mehr mitnehmen als zu wenig. Ach ja: und denken Sie an die Gummistiefel!

Punkt 5: Seekrankheit
Jeden kann es mal erwischen und es braucht keinem peinlich zu sein. Aber natürlich Können Sie auch ein wenig vorbeugen:
Nicht vor der Kuttertour lang anhaltende Gespräche über die Seekrankheit führen – sonst denkt man an nichts anderes mehr und früher oder später ist es so weit. Anfällige Personen sollten vor und während der Fahrt keinen Alkohol keinen Alkohol trinken. .
Übrigens gibt es in jeder Apotheke gute vorbeugende Mittel gegen Reisekrankheit, wie gesagt: vorbeugend – also vor der Fahrt einnehmen.

Für genügend Flüssigkeit sorgen (z.B. Selters).

Ein kleines Frühstück zu sich nehmen, um eine Grundlage zu schaffen.

Stets ausgeschlafen an Bord kommen.

Falls Sie spüren, Sie trotz aller Vorbereitung seekrank: halten Sie sich lieber an Deck und mittschiffs auf: Dort schaukelt es am wenigsten und es gibt frische Luft.

Und wenn’s schlimmer wird, bitte immer mit dem Wind über Bord – gegen den Wind trifft es Sie und andere. Und das muss ja nicht sein.

Punkt 6: Was brauche ich an Gerät?
Ruten: Für Einsteiger empfehlen wir immer eine Allroundrute mit einem Wurfgewicht von wenigstens 150g Wurfgewicht, um auch bei widrigen Wetterverhältnissen noch angeln zu können.
Die Rutenlänge sollte zwischen 2,40m und 3,0 0 liegen.

Wichtig ist das Rutengewicht.
Es sollte nicht allzu hoch sein, da man nach 4 - 5 Std. Angeln schon "dicke Arme“ bekommen kann. Kohlefaser oder Carbonruten sind hier sehr empfehlenswert.

Spezialisten haben natürlich eine Auswahl an Ruten für die Kutterangelei. Für den Einsteiger ist das erst später interessant.

Rollen: Sie brauchen eine kräftige Rolle mit Frontbremse und einer Schnurfassung von ca. 150m 0,35er Monofile oder 150m 0,15er Geflecht. Wir empfehlen zum Anfang eine Monofile Schnur, da diese anfängliche Drillfehler eher verzeiht als Geflochtene.

Die Angelrolle sollte abgestimmt zur Rute passen und gut in der Hand liegen.

(Bitte das Angelgerät ist nach dem Einsatz mit kaltem Leitungswasser wieder reinigen, da Salzkristalle Kugellager und Rutenringe beschädigen können. )

Noch Fragen? Bestimmt: Unsere Verkaufsberater, Herr Kosel und Herr Petersen, helfen Ihnen gern, die richtigen Geräte für Sie zusammenzustellen.

Punkt 7: Welches Zubehör sollte ich mitnehmen
Pilker: Sie sollten zwischen 80 und 200g Gewicht haben. Eine Auswahl in mehreren Farben ist notwendig. Manchmal beisst es auf eine ganz bestimmte Farbe! Auch damit rechnen, dass ein Pilker durch einen unliebsamen Hänger am Grund mal verloren geht. Daher lieber einen mehr, als zu wenig einpacken.

Vorfächer: Am meisten verwendete Vorfächer sind Einzel- und Doppelhakenvorfächer. Sie sind fix und fertig gebunden und meist günstig bei Baltic Kölln zu erwerben. Es gibt die Beifänger (Twister) in unterschiedlichen Farben, wobei sich Japanrot, Schwarz und Beidfarbig durchgesetzt haben. Eine Handvoll Twister in anderen Farben schadet natürlich nicht, man ist flexibel und kann sie wechseln.

Relingklettband: Um Rute und Schnur zu schonen, hat sich das Relingklettband sehr bewährt. Ist die Rute sicher befestigt, lässt sich in Ruhe montieren oder was essen. Der sichere Halt der Ruten an der Reling ist somit auch bei widrigem Wetter wichtig.

Weiteres Muss: Maßband, Hakenlösezange, (Filier)Messer, Fischbetäuber.

Nützliches: Handtuch, Gefrierbeutel, Kühlbox im Sommer.

Punkt 8: Verschiedene Angelmethoden

Es gibt verschiedene Angelmethoden vom Kutter wie z.B.:
·Pilken
·Jiggen
·Naturköderfischen

Leider können wir hier nicht genau und ausführlich auf spezielle Angelmethoden eingehen, da es den Rahmen sprengen würde. Die Methoden werden hier nur kurz erklärt.

Pilken: Beim Pilken wird entweder nur mit Pilker und Drilling geangelt oder ein weiterer Beifänger am Vorfach darüber montiert.
Auf der Lee Seite (Wind im Rücken) versuchen, wenn möglich, auszuwerfen, damit das Boot nicht gleich über den Pilker treibt. Nun die Montage zum Grund absinken lassen und sofort danach durch Straffung der Schnur Kontakt zum Pilker aufnehmen. 3-4 Zupfer oder langsame Zugbewegungen mit der Rute, dann den Köder wieder absinken lassen und erneut Schnur aufnehmen.

Ist die Montage unters Boot geraten, sollten Sie darauf achten, dass Angler auf der anderen Seite des Schiffes nicht durch sie behindert werden und die Montage gegebenenfalls frühzeitig einholen.
Auf der Luv-Seite (=Wind ins Gesicht) Montage nur ablassen, da der Kutter von uns wegtreibt. Auch hier wird die Montage auf dem Grund gelassen und durch Zupfer oder langsamen Zügen mit der Rute dem Pilker Leben eingehaucht. Immer wieder Schnur geben, um den Pilker unmittelbar am Grund zu führen.

Das Pilkergewicht so wählen, dass Sie immer Grundkontakt spüren.


Die Schnüre sollten stets straff geführt werden. Schnurbögen vermeiden!

Regel: Pilker so leicht wie möglich, aber so schwer, dass Grundkontakt erzielt wird!

Jiggen: Das Jiggen ist ähnlich dem Pilken, jedoch ohne Drillingsmontage am Pilker. Über dem Pilker ein doppeltes Jig-/Twistervorfach montieren. Durch gleichmäßiges Ziehen werden die Jigs durchs Wasser geführt und entwickeln durch ihre Form ein intensives Schwanzflattern , dass auf den Dorsch einen unwiderstehlichen Reiz zum Biss ausübt.
Vorteil: Wir können hart am Grund Fischen mit geringer Hängergefahr. Auch stört kein Absetzen von festsetzenden Kraut oder Muscheln am Drilling den Ablauf.

Naturköderfischen: Beim Naturköderfischen werden Wattwürmer, Ringelwürmer oder Fischfetzen als (Natur)Köder eingesetzt. Die Montage ähnelt dem Brandungsangeln mit Perlen und Auftriebskörpern. Fertige Systeme mit Laufrohr erhalten Sie bei Baltic Kölln. Die Mundschnüre werden meist hinter dem Blei geführt. Neben Dorschen werden auch Plattfische mit dieser Methode gefangen – eine reizvolle Alternative.

Punkt 9: Sicherheit und Ratschläge
·Bitte beim Auswerfen auf das Umfeld/Nachbarn achten. Drillinge und Haken können schwerste Verletzungen verursachen.
·Vorsicht mit Alkohol an Bord, die meisten Unfälle an Bord passieren unter Alkoholeinfluss.
·Rücksicht auf den Nachbarn erspart viel Ärger und verlängert die Angelzeit. Verhedderte Schnüre sind manchmal schwer wieder auseinander zu fummeln.
·Sollte der Nachbar einen Biss haben, sollten Sie ihm auch ermöglichen, den Fisch zu fangen. Also eventuell Ruten einholen und auf jeden Fall genügend Platz lassen.
·Sollte sich eine Dublette oder großer Fisch ankündigen, rufen Sie das Personal mit dem Wort „Gaff!“

Die größten Fische werden bei Baltic Kölln in Heiligenhafen gewogen und mit einer Urkunde prämiert. Für Kinder/Jugendliche ist dies oft der Höhepunkt der Ausfahrt und schon für sich genommen, ein unvergessliches Erlebnis.

Bei Baltic Kölln können Sie auch selber Skipper sein und Kutter chartern.
Rufen Sie uns einfach an: 0431 / 907011